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Forschungsbereich Plurilingualismus

Ideologische Grundlage des Forschungsbereichs ist die Politik der Vielfalt als Voraussetzung für die Gewährleistung von Chancengleichheit und Menschenrechten wie sie u. a. Charles Taylor in "Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung" skizziert.[1]

Ebenso wie Multikulturalismus soziokulturelle Vielfalt gewährleistet, ist Plurilingualismus das adäquate Konzept um individuelle sprachliche Vielfalt, eine der Grundlagen jeder multikulturellen Gesellschaft, sicherzustellen.

Die wissenschaftliche Ausrichtung des Forschungsbereichs resultiert aus der von Norman Denison an der Universität Graz begründeten soziolinguistischen Forschungsrichtung, die Sprache als offenes, dynamisches System, bestehend aus ebensolchen Subsystemen bzw. Varietäten sieht: Die Summe der von einem Sprecher bzw. einer Sprechergemeinschaft verwendeten Varietäten, das jeweilige individuelle bzw. kollektive Repertoire reflektiert die spezifische soziokulturelle Situation seiner jeweiligen Verwender inklusive der für diese daraus resultierenden soziopolitischen und sozio-ökonomischen Implikationen. Sprache ist so gesehen ein soziokultureller Reflex.

Multikulturalismus und die Politik
der Anerkennung

  • Kulturelle Vielfalt ist Realität,
    Multikulturalismus das adäquate politische Konzept,
    um individuelle Pluralität zu gewährleisten.
  • Multikulturalismus ist in diesem Zusammenhang keineswegs mit "MultiKulti" und ähnlich naiven Funktionalisierungen von Vielfalt gleichzusetzen.
    Jede sinnvolle Politik der Vielfalt basiert vielmehr auf wechselseitigem Respekt zwischen Gruppen mit unterschiedlichem soziokulturellen Hintergrund.
  • Multikulturalismus steht folglich für Gleichberechtigung sowie kulturelle Freiheit und ist kein Wert an sich, sondern Mittel zum Zweck, jedem Individuum die freie Wahl bezüglich seiner soziokulturellen Zugehörigkeiten
    zu garantieren.

[1] CHARLES TAYLOR.
1992. Multiculturalism and the politics of recognition.
Princeton University Press.
2009. Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung.
Suhrkamp.

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