ARBEITSBEREICHE

MEHRSPRACHIGKEIT
multilingual.uni-graz.at


Mehrsprachigkeit als sprachlicher Aspekt von Pluralität in all seinen Ausprägungen ist Teil der gesellschaftlichen Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Grundlage für einen konstruktiven Umgang mit sprachlicher Vielfalt ist ein fundiertes Wissen über die vorhandenen Sprachen sowie über die soziokulturelle Situation ihrer SprecherInnen.

Im Arbeitsbereich Mehrsprachigkeit beschäftigt sich der Fb Plurilingualismus mit der Dokumentation von sprachlicher Vielfalt in Österreich. Dabei steht im Mittelpunkt, welche Funktionen Sprachen für ihre SprecherInnen haben und wie diese Sprachen im Lebensalltag in Österreich verankert sind.

Dabei verfolgt der Fb Plurilingualismus einen interventionsorientierten Ansatz. Die gewonnenen Informationen sollen adäquat aufbereitet in Weiterbildungsangeboten in verschiedenen Praxisfeldern zum Einsatz kommen.  Weiters sollen die Forschungsergebnisse Grundlage für sprachpolitische Stellungnahmen und Forderungen sein.

ROMANI
romaniprojekt.uni-graz.at

Die Arbeiten zum Romani an der Universität Graz gehen auf eine Intitiative der "Volksgruppe der Roma" aus dem Jahr 1993 zurück. Anfänglich auf das Burgenland beschränkt, stehen mittlerweile sowohl das Romani als europäische Minderheitensprache als auch die soziokulturelle und soziopolitische Situation seiner Sprecher im Mittelpunkt des Interesses.

Abgesehen vom nach wie vor linguistischen Kernbereich, der Dokumentation der Pluralität des Romani als Teil der kulturellen Evolution, leisten die Arbeiten zum Romani durch die praktische Umsetzung und Implementierung der Ergebnisse einen Beitrag zum Kultur- und Identitätserhalt und damit auch zur Emanzipation der Roma als europäische "Nation".

Mit dem rein österreichischen Aspekt des Romani beschäftigt sich seit 2009 der Verein [spiːk] - Sprache, Identität, Kultur, der auch die Betreuung der Roma Factsheets und der Romani-Textesammlung ROMTEX übernommen hat.

Aktuelle Projekte
des Arbeitsbereichs MEHRSPRACHIGKEIT

  • Eigenprojekt

    Mehrsprachige Gemeinschaften in Graz

    Die Studie Mehrsprachige Gemeinschaften in Graz wird im Rahmen des Multilingual-Graz-Projekts durchgeführt. In einer Pilotphase wird die soziolinguistische Situation von drei Gemeinschaften untersucht, die während der letzten Jahrzehnte nach Graz gekommen sind:

    Farsi-Sprecher_innen, von denen manche auch in anderen Sprachen der Herkunftsregion kompetent sind;

    Kinyarwanda- und Kirundi-Sprecher_innen aus Rwanda bzw. Burundi, die zusätzlich Swahili als Verkehrssprache der Herkunftsregion und die ehemaligen Kolonialsprachen Englisch und/oder Französisch verwenden;

    Türkisch-Sprecher_innen, die häufig auch andere Sprachen der Herkunftsregion, vor allem Kurmanji sprechen.

    Mithilfe semistrukturierter Interviews werden Daten zu Sprachverwendung, Spracheinstellung und Sprachtradierung erhoben. Die Sprachverwendung beschreibt das sprachliche Repertoire der jeweiligen Sprecher_innengemeinschaft und reflektiert neben der Funktionalität auch den Status der einzelnen Sprachen. Als emotiver Parameter gibt die Spracheinstellung Aufschluss über dominante Ideologien und die Rolle der jeweiligen Sprache als gruppenkonstituierenden Identitätsfaktor. Funktionale und emotive Faktoren beeinflussen die Sprachtradierung, die u. a. den Kompetenz- und Gebrauchswandel zwischen den Generationen aufzeigt. Ziel des Projekts ist die Beschreibung sprachlicher Pluralität im Kontext urbaner Mehrsprachigkeit, um die soziopolitische Relevanz der einzelnen Sprachen aufzuzeigen.
    multilingual.uni-graz.at/
  • Eigenprojekt

    Multilingual Graz

    Multilingual Graz dokumentiert die sprachlichen Vielfalt der Stadt in Zusammenarbeit mit plurilingualen SprecherInnen, NGOs, Bildungsinstitutionen und Einrichtungen der Stadtverwaltung. Die gewonnenen Informationen werden über eine Webpage zugänglich gemacht und sollen in weiterer Folge in Weiterbildungsangeboten für verschiedene Praxisfelder zum Einsatz kommen. Darüber hinaus initiiert und fördert Multilingual Graz Aktivitäten zum Thema Mehrsprachigkeit in Graz auf akademischer und kultureller Ebene.
    multilingual.uni-graz.at/
  • Eigenprojekt

    Sprachliche Vielfalt im Alltag: Initiativen, Herausforderungen und Bedarfe an Grazer Institutionen

    Öffentliche Einrichtungen sind zentrale Treffpunkte von Menschen und somit Knotenpunkte sprachlicher Interaktionen. In einer Stadt wie Graz, die große ethnische und linguistische Heterogenität aufweist, stellt Kommunikation in bestimmten Situationen eine Herausforderung dar. Beim Arztbesuch, dem Gang zu einer Behörde oder einer öffentlichen Dienstleistung gilt es Anliegen und Bedürfnissen auf ideale Weise nachzukommen. Beide Seiten – die Seite des Personals und der Kundinnen und Kunden – profitieren in diesem Fall von gegenseitigem Verständnis.

    Ziel der Studie ist die nähere Untersuchung von 60 Institutionen aus verschiedenen Bereichen (Dienstleistungen, Gesundheitsbereich, soziale Institutionen u.a.) hinsichtlich des Umgangs mit sprachlicher Diversität. Damit zeigt sich welche Sprachen in welchem Ausmaß wo präsent sind und welche Sprachen bereits in Institutionen verankert sind. Darüber hinaus entwickeln Einrichtungen oft innovative Maßnahmen, sodass sich mögliche Praktiken im Umgang mit sprachlicher Vielfalt für die Zukunft erschließen lassen.


Abgeschlossene Projekte
des Arbeitsbereichs ROMANI

  • FWF P20756-G03

    ROMLEX - Lexikalische Datenbank der Romani-Varietäten

    ROMLEX dokumentiert das Vokabular bzw. den lexikalischen Bestand des Romani. Gegenwärtig kann man über eine frei zugängliche Webseite das Vokabular von über 20 verschiedenen Romani-Varietäten konsultieren und erhält Übersetzungen ins Englische, Deutsche und andere relevante Mehrheitssprachen (Ungarisch, Rumänisch, Serbisch, etc.).
    romani.uni-graz.at/romlex
  • 09-HERA-JRP-CD-FP-030

    RomIdent - The Role of Language in the Transnational Formation of Romani Identity

    Im Rahmen des Teilprojekts "Innovative strategies in the use of Romani in institutions and in writing" untersucht der Forschungsbereich Plurilingualismus Sprachwandel, der durch  innovative Strategien in der Verwendung von Romani in institutionellen Kontexten und in der Produktion formeller Texte bedingt sind. Im Rahmen dieses Teilprojekts wird ein Korpus formeller Texte aufgebaut und entsprechend der Fragestellung des Projekts analysiert.
    www.heranet.info/romident/index
  • 511678-LLP-1-2010-1-AT-KA2-MP

    QUALIROM - Quality Education in Romani for Europe

    Das Projekt QUALIROM pilotiert das Curriculum Framework for Romani (CFR) und die dazugehörigen European Language Portfolio Models (ELPs), die - basierend auf dem Gemeinsamen Europäischen Referenerahmen für Sprachen - vom Europarat entwickelt wurden. Im Rahmen des Projekts wird Romani-Unterricht auf verschiedenen Bildungsniveaus (Primarsektor bis tertiärer Sektor) und in verschiedenen Regionen Europas durchgeführt.
    qualirom.uni-graz.at/
  • 87757-CP-1-2000-1-AT-Comenius-C2

    RomBase - Didaktisch aufbereitete Information über Roma

    ROMBASE bietet Informationen zur soziokulturellen und soziohistorischen Situation der Roma. Durch die Bereitstellung gut recherchierter Materialien leistet ROMBASE einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen, Stigmatisierung und Diskriminierung. Weiters trägt ROMBASE zur Verbesserung des Unterrichts für und über Roma bei, indem es Jugendlichen und Lehrern die Möglichkeit bietet, sich auf seriöse Art und Weise mit Kultur und Geschichte auseinanderzusetzen.
    romani.uni-graz.at/rombase
Programmierung: Copyright (c) 2012 - Michael Herold. All rights reserved.